Dienstag, 28. Dezember 2010

[Kreativ gesehen] 3 - Die Farbe des Schnees


Enttäuschte Gesichter beim Abholen der Bilder, der Schnee war grau, braun, blau, grün - nur nicht weiss. In meiner Zeit in einem Bremer Fotogeschäft habe ich das oft genug erlebt. Und dann der fragende Blick, ob vielleicht die Kamera defekt sei oder der Film nichts tauge. Es folgte die immer gleiche geduldige Erklärung, die auch heute trotz digital und automatischem Weissabgleich nicht anders ausfällt:

Schnee irritiert den Belichtungsmesser

Für die Profis unter euch kommt jetzt ein alter Hut, aber alle anderen aufgepasst! Die Belichtungsmessung in der Kamera erkennt weder Farben noch Formen, nur hell und dunkel. Die Belichtungsautomatik sorgt dafür das im Schnitt ein bestimmter Helligkeitswert nicht über- oder unterschritten wird. Stellt euch also vor die Kamera sieht nur weiß, grau sowie schwarz und ist darauf eingestellt, dass ein ganz bestimmter Grauton "richtig" ist. Nun dämmert es euch wahrscheinlich schon. Sieht die Kamera viel weiß, z.B. Schnee, dann macht die Belichtungsautomatik daraus grau, weil sie das Bild für überbelichtet hält. Abhilfe: die Belichtungskorrektur der Kamera nutzen und auf "+1" stellen, damit werden die Ergebnisse meist gut.

Manchmal darf es auch ein bißchen mehr sein: die erst nicht korrigierte Aufnahme, dann die mit "+1" korrigierte und als letzte die in der Bildbearbeitung optimierte Aufnahme.

Übrigens, ähnlich geht es natürlich bei zu viel schwarz im Bild. Eine schwarze Katze oder ein schwarzes Abendkleid im Bild können die Kamera auch irritieren. Die Kamera hält das Bild für zu dunkel und macht wieder grau daraus. Abhilfe: die Belichtungskorrektur der Kamera nutzen und auf "-1" stellen, damit werden die Ergebnisse meist besser.

Die Korrekturwerte können jedoch variieren, also mal ein paar Probeschüsse machen.

Schnee reflektiert die Farben der Umgebung

Ist eigentlich klar, wird aber gerne vergessen. Hauswände, Bergmassive, alles hat eine Farbe und diese wird vom Schnee reflektiert. Da wäre als erstes das Sonnenlicht. Das ist weiss, oder? Na, Mittags doch bestimmt! Im Winter nicht so ganz. Durch den tiefen Stand der Sonne ist es eher gelblich. Und im Schatten? Bei strahlend blauem Himmel wird das Licht im Schatten bläulich, so wie der Himmel. Und neben einer roten Bergwand in den Dolomiten rötlich.

Der Baum vor meinem Fenster um 12 Uhr mittags. Das Auge sieht den Schnee weiß, die Kamera nicht. Ob, ihr das nun durch den Weissabgleich der Kamera korrigieren wollt hängt vom Motiv ab. Der Farbstich kann ja auch sehr reizvoll sein:


Montag, 20. Dezember 2010

Fotografen-Kühlschrank

Ganz heimlich fotografiere ich privat ab und an noch mit Film. Hat was!

Wenn es hier im Moment wenig Neues zu sehen gibt, dann liegt das daran, dass ich aktuell mehr an Texten sitze oder Bilder für Agenturen aus dem Archiv suche.

Freitag, 26. November 2010

3nach9 - ganz ordentlich und brav

Ganz ordentlich und brav sollten wir Fotografen heute vor der Talkshow 3nach9 im Radio Bremen Event-Studio sein. Dafür gab es ein paar Minuten mehr Zeit zum fotografieren. Ein guter Deal! Die beiden Highlights der Sendung:
Schauspielerin Katja Riemann war offensichtlich gut aufgelegt.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein - waren die Haare nicht letztens noch hell?

Freitag, 19. November 2010

[Kreativ gesehen] 2 - Was machen Motivprogramme?


Ob kleine Kompakte oder "Amateur"-DSLR, digitale Kameras bieten heute fast immer so genannte Motivprogramme. Die Palette reicht von Landschaft, Sport und Portrait bis zu Nachtportrait oder Haustier. Nachdem wir ersten Teil von "kreativ gesehen" die grundlegenden Elemente der Kamera als Gestaltungsmittel gesehen haben, schauen wir heute mal nach wie Kreativ-/Motiv-Programme diese einsetzen. Und vor allem wie der Fotograf sie "Zweck entfremden" kann.

Die Grundlage: Programm-Automatik (P)

Mit Einzug der Micro-Elektronik in die Fotografie, weit bevor sie digital wurde, gesellte sich zu den Zeit- und Belndenautomatiken die Programm-Automatik. Sie misst das Licht und ordnet dem gemessenen Wert eine Verschlußzeit und eine Blende zu, die eine "optimale" Belichtung ergeben sollten. Ob und wieviel Schärfentiefe der Fotograf oder das Motiv braucht ist der Automatik genauso egal wie die Geschwindigkeit mit der sich ein Motiv bewegt. Die Kamera weiß ja nicht was sie fotografiert. Also lag es nah neue Programme zu entwickeln, die diesen Mangel ausgleichen.

Landschaftsprogramm = Schärfentiefe

Das Gras grüner, der Himmel blauer - wäre technisch natürlich möglich. In erster Linie sorgt diese Automatik jedoch für eine große Schärfentiefe. Klar, passt auch zur Landschaft, vom Baum im Vordergrund bis zum Horizont soll es scharf sein. Das geschieht - auch klar - durch eine möglichst weit geschlossene Blende. Klassisch natürlich mit einem Weitwinkel-Objektiv.

Warum nicht auch mal das Landschaftsprogramm mit einem Tele-Objektiv probieren. Da die Verschlußzeiten natürlich länger werden, je weiter die Blende geschlossen wird, muß schon genug Licht da sein. Durch die größere Schärfentiefe beim Tele, gewinnt man Spielraum für (mäßig) bewegte Objekte. Natürlich braucht es dann auch eine kurze Verschlußzeit, die mit einer höheren ISO Einstellung erreicht wird.

Portraitprogramm = mäßige Schärfentiefe

Dieses Programm soll ein Format füllendes Portrait scharf und den Hintergrund unscharf machen. Deshalb wird eine Blende nicht größer als 8 oder 5,6 bevorzugt. Am besten funktioniert das bei mittleren Brennweiten (50-100mm, bei Spiegelreflex-Kameras)

Natürlich kann man so nicht nur Personen vom Hintergrund lösen, sondern auch alles mögliche andere ;-)

Sportprogramm = schnelle Verschlußzeit

Es muß kein Sportler sein, auch Kinder und Hunde bewegen sich schnell. Das Programm wählt eine möglichst kurze, dem Objektiv angemessene Verschlußzeit. Was natürlich zu einer weiter geöffneten Blende und damit zu weniger Schärfentiefe führt. Häufig wird der Autofokus noch zusätzlich auf "Continuous-AF" gestellt. Der AF führt die Schärfe also ständig nach, so lange der Auslöser halb gedrückt wird.

Kinder, Hunde, Tänzer, Theater - all' das habe ich schon mit diesem Modus eingefangen. Es war sozusagen das "schnelle Notprogramm" wenn eine ruhige Szene plötzlich belebt wurde. Ein Dreh am Einstellknopf genügte. Und natürlich auch dann wenn wenig Schärfentiefe gebraucht wird.


Ja, man kann das auch alles im manuellen Modus oder mit Zeit- bzw. Blendenautomatik lösen. Die Motivprogramme sind manchmal aber schneller und leichter eingestellt. Und für Anfänger allemal eine gute Lösung.

Bei nächsten mal gibt es auch wieder Bilder - versprochen ;-)

Montag, 15. November 2010

Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen vorgestellt

Die Nordwestbahn, Fahrzeughersteller Alstom, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, Bremens Senator für Verkehr und der Niedersächsische Verkehrsminister stellten heute morgen die neuen Fahrzeuge der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen der Presse vor.



Die Triebwagen der Baureihe 440 sind bis zu 160 km/h schnell und bestehen aus drei bzw. fünf Wagen.


Dem Lok... äh ... Triebfahrzeugführer über die Schulter geschaut bei der Einfahrt in den Oldenburger Hauptbahnhof.


Innenansicht


Nicht nur modern, sondern auch zielmich bequem - davon überzeugten sich auch Verkehrsminister Jörg Bode und der Bremer Staatsrat Wolfgang Golasowski.

Freitag, 12. November 2010

"Ahoi" und "Helau" an der Weser

Auch in Bremen gibt es Jecken, die die närrische Tradition hochhalten und pünktlich am 11.11 um 11.11 Uhr  den Karneval einläuten. Immerhin teilen sich zwei Vereine diese Aufgabe.


Prinzessin Klara I. und Prinz Jürgen I. schunkeln gemeinsam in die närrische Zeit.


Bei Schlachtruf herrscht keine Einigkeit. Die Rot-Weissen, hier im Bild, rufen "Ahoi!"


Und auch zum Ritter wird hier geschlagen. In diesem Jahr der aus Köln stammende Jens Dennhardt , Umwelt- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion (im Bild mit Burg- ...äh... Ehefrau)


"Hoch das Bein" - die Funkenmariechen lassen schwingen.


Die blau-weissen Nordlichter bevorzugen den Düsseldorfer Ruf "Helau!" So wehte ein Hauch von rheinischem Frohsinn durch Bremen. Nur Kamelle gab es keine.

Freitag, 5. November 2010

[Kreativ gesehen] 1 - Gestaltungsmittel der Kamera


In "Kreativ gesehen" werden in lockerer Folge praktische Beiträge rund um die Fotografie erscheinen. Im ersten Teil geht es um ein anderes Verständnis der Kamera. Die drei grundlegenden Elemente verstehe ich als Gestaltungsmittel. Das hilft beim Fotografieren die richtige Einstellung zu finden.

Verschlußzeit = Darstellung von Bewegung

Das Tempo mit dem der Verschluss vor dem Film oder dem Sensor öffnet und wieder schließt bestimmt wie ein bewegtes Motiv abgebildet wird. Mit der kurzen 1/500sec. scheint der Airbus (Bild links) in der Luft zu stehen. Wie schnell der Flieger tatsächlich war ist dem Bild nicht anzusehen.

Das einem im "Breakdancer" (Bild rechts) schlecht werden kann zeigt sich bei einer langen Verschlusszeit. Alles was sich bewegt erscheint verwischt und schemenhaft. Eine 1/8sec. konnte hier - dank Bildstabilisator - aus der Hand fotografiert werden und ist nicht verwackelt. "Verwackeln" ist ja auch nur eine Bewegung. Wäre die Bewegung hier eingefroren würde das Bild nicht die gewünschte Wirkung haben.
Die Entscheidung wie ich die Bewegung festhalten möchte nimmt mir keine Automatik ab, ich muss selbst wählen. Aber die Wahl zwischen verschiedenen Motivprogrammen ist durchaus möglich. Das Sportprogramm, z.B. hält die Verschlusszeit kurz. Die Einstellung Nacht führt dagegen zu langen Belichtungszeiten.

Mitziehen: auch die Kamera lässt sich bewegen. Warum nicht einmal eine längere Verschlusszeit (z.B. 1/30sec.) wählen und mit der Kamera das bewegte Motiv verfolgen. Die Effekte werden durchaus interessant. (Bild links)




Blende = Steuert die Schärfentiefe

Die Blende im Objektiv dient natürlich, wie auch die Verschluss der Belichtungsregelung. Ein Effekt der Blende ist jedoch auch zu beeinflussen wie weit die Schärfe in die Tiefe des Bildes geht. Damit kann ein Motiv (Bild links) vom Hintergrund hervorgehoben werden. Gleichzeitig verschwinden störende Bildelemente oder verlieren wenigstens an Gewicht.
Die Blendenwerte (4 - 5,6 - 8...) sind eigentlich Brüche (also 1/4 - 1/5,6 - 1/8) und bezeichnen die Größe der Blendenöffnung. Eine Blende 16 ist also eine kleine Blende(nöffnung) und eine Blende 2 (=1/2) eine große. Eine große Blende führt zu weniger, eine kleine Blende zu mehr Schärfentiefe. Das Porträt muss also mit einer großen Blende fotografiert worden sein.

Eine große Schärfentiefe ist besonders in der Landschafts- und Architekturfotografie beliebt. Jedes Detail wird sichtbar. Ein Grund bei der Wahl des Ausschnitts im Sucher oder auf dem Display besonders gut auf störende Elemente zu achten. Mit Blende 16 wurde das Londoner House of Parliaments (Bild rechts) samt Clocktower scharf.
Auch wenn sich ein Motiv bewegt ist eine große Schärfentiefe manchmal hilfreich, z.B. wenn Kinder durch den Garten rennen und ständig die Richtung wechseln.

Brennweite = Verdichtung und Weite
Wenn wir am Zoomring des Objektivs drehen oder Tasten "W" und "T" an der Kompaktkamera benutzen passiert mehr als wir vielleicht denken. Profis kennen sich mit den Tricks bei der Wahl der Brennweite bestens aus und täuschen uns nur zu gern. Harrison Ford rennt scheinbar direkt vor dem verfolgenden LKW. Kein Problem, denn das Teleobjektiv lässt Distanzen im Bild kürzer erscheinen. Das gebuchte Zimmer im Hotel sah im Katalog viel größer aus. Auch kein Problem, denn mit einem Weitwinkel wirken die Entfernungen größer.

Kleine Preisfrage: wie lang ist die Lok auf dem Bild links? Einmal auf das Bild klicken und dann schätzen, bitte. Mit einem 300mm Tele schrumpft auch diese Lok zusammen, obwohl sie mit 19,60m länger als ein LKW mit Anhänger ist. Die Tele-Perspektive rafft also zusammen oder wie Kameraleute beim Film sagen, sie verdichtet. Dinge im Hintergrund wirken größer und dichter dran.
Schärfentiefe und Brennweite: Je größer die Brennweite, desto kleiner ist die Schärfentiefe. Je geringer der Abstand zum Motiv, desto geringer ist auch die Schärfentiefe.
Der Weitwinkel (kleine Brennweite) lässt entfernte Dinge viel kleiner erscheinen. Das suggeriert Weite, wie im Bild unten. Dinge im Vordergrund wirken dann manchmal zu groß. Im Extremfall geraten die gewohnten Proportionen aus den Fugen. Dann wirkt die Nase im Gesicht plötzlich riesig und wahnsinnig lang. Mit 17mm Brennweite kommt der Bremer Unisee groß raus, das gegenüberliegende Ufer wirkt nicht störend und das Hauptgewicht liegt auf der Braut im Wasser an einem kühlen Oktobertag.

Noch Fragen? Diskutiere mit in der "Kreativ gesehen" - Gruppe bei facebook
Nächste Folge: Was machen eigentlich Motivprogramme?

Samstag, 30. Oktober 2010

3nach9: Pop, Politik und Hobbythek

Trotz Urlaub ließ ich mir den 3nach9-Termin nicht entgehen:
Sarah Connor stellte ihre neue CD vor.

Peer Steinbrück stellte sein neues Buch vor.

Caren Miosga engagiert sich in der ARD-Themenwoche "Essen ist Leben"

Jean Pütz, der Altmeister der Hobbythek wurde vor wenigen Tagen Vater.

Da tuscheln die Damen: Moderatorin Judith Rakers und Sarah Connor.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Krankheit, Internet und endlich Urlaub...

Hier war es länger ruhig, weil Husten, Schnupfen, Heiserkeit  mich fest im Griff hatten. Zwei Wochen mußte ich das Bett hüten. Dann war es an der Zeit zwei Internet-Seiten zu Ende zu bringen. Und nun war Urlaub angesagt.
Drei wunderbare Tage mit meiner jüngeren Tochter in London. Wir sind Insel-Junkies und lieben vieles an der Lebensart. Falls jemand noch einen Job für einen Photojournalisten in England weiß, dann her damit ;-) Natürlich war die Kamera dabei. Hier die etwas andere Sicht auf die Stadt an der Themse. Mehr Bilder gibt es im flickr-Fotostream auf der rechten Seite im Menü:

Typisches.
Camden Market
Wenn es Nacht wird.

Pretty in pink?

Trafalgar moon.

Samstag, 2. Oktober 2010

20 Jahre Deutsche Einheit: Feiern sieht anders aus

Die Feiern zur Deutschen Einheit in Bremen werden von einem massiven Polizei-Aufgebot begleitet. Heute gab es eine Demo von autonomen Gruppen. Ich lasse an dieser Stelle mal die Bilder sprechen:












Übrigens: ich wollte eigentlich nur eine Briefmarke am Bahnhof kaufen und über den Marktplatz gehen. Bedingt durch Umleitungen während der Demo dauerte mein Rückweg etwas länger. Da habe ich die Gelegenheit zu diesen Bildern genutzt.

Freitag, 3. September 2010

3nach9 die nächste...

...Sendung stand ins Haus. Heute mal mit Gesichtern die man auf anhieb kennt:


Hannelore Elsner - Schauspielerin
Moritz Bleibtreu - Schauspieler
Julia Fischer - Geigenvirtuosin
Etwas angenervt waren heute alle Fotografen, weil es ziemlich viel Gedrängel gab. Vielleicht sollte da die neue PR-Firma mal etwas Ordnung ins Shooting bringen. Dann haben aber die Leute im Publikum nicht mehr das Vernügen dieser wilden Horde ;-)