Montag, 23. November 2015

[kreativ gesehen] 16: Belichtung, Schärfentiefe, Bildgestaltung - Dreiecksbeziehungen

Drei Dinge brauchte der Mann in einem alten Werbespot. Auch genau drei Dinge braucht die Fotografin und der Fotograf  für viele Entscheidungen. Das ist gut, denn drei Dinge lassen sich meist gut merken.

Heute etin bisschen ganz praktische Theorie:

Belichtungsdreieck

Die für eine richtige Belichtung nötigen Einstellungen sind die Blende, die Verschlusszeit und die Empfindlichkeit des Sensors oder Films (heute meist in ISO angegeben) Die Kamera misst das automatisch. Doch was misst der Apparat da eigentlich und wie stellt er ein? Mehr oder weniger geschickte Algorithmen errechnen in Sekundenbruchteilen eine Belichtung. Dabei berücksichtigen moderne Kameras nicht nur die Lichtmenge, sondern auch die Brennweite und andere Faktoren. So wird zum Beispiel eine automatisch eine Belichtungszeit gewählt, die kurz genug ist um Verwacklungen zu vermeiden.
Doch eines wird nicht berücksichtigt: der Wunsch des Fotografen. Wer also besondere Wünsche hat, muss diese der Kamera vorgeben. Doch Vorsicht! Es genügt nicht einfach im manuellen Modus einen Wert zu ändern. Den ändere ich einen Wert (Blende, Zeit oder ISO) dann ändere ich auch die Menge Licht, die durch das Objektiv fällt.
Kleine Faustregel: Ändere ich einen Wert und möchte die Lichtmenge nicht ändern, dann muss ich mindestens auch einen zweiten Wert ändern. Beispiel: Die Kamera wählt 1/125 Sek., Blende 8 und ISO 200. Ich möchte ein Rennauto fotografieren und brauche deshalb 1/1000 Sek. Würde ich einfach nur die Verschlusszeit ändern, wäre mein Bild um 3 Stufen unterbelichtet, also zu dunkel. Ich muss folglich entweder die Blende weiter öffnen, auf 2,8 oder die ISO auf 1600 erhöhen.

Schärfentiefe-Dreieck

Nicht nur die Belichtung stellt eine Dreiecksbeziehung dar. Heute redet alle Welt von Bokeh. Das Motiv ist scharf abgebildet, der Hintergrund jedoch unscharf. Eigentlich geht es hier nur um die Schärfentiefe, also die Frage wie weit die Schärfe sich in der Tiefe des Bildes ausdehnt. Das dieses Phänomen mit der Größe der Blendenöffnung und der Brennweite zusammenhängt ist den meisten Hobbyfotografen ein Begriff. Doch auch der Abstand zum Motiv spielt eine entscheidene Rolle. (vergl. [kreativ gesehen] 7)


Kreativ-Dreieck

Noch ein Dreieck gefällig? Das ist mein Liebling, denn hier geht es um Gestaltung. Der Fotograf hat immer drei Möglichkeiten sein Bild bewusst zu entwickeln. Die Blende steht für die Schärfentiefe, wir bestimmen was im Bild scharf ist und was nicht. Die Verschlusszeit steht für Bewegung. Wir können mit sehr kurzen Zeiten Bewegungen einfrieren oder durch eine lange verwischen lassen. Und die Brennweite? Da hilft ein Begriff der Kameramänner von Film und Fernsehen weiter. Wenn sie nämlich etwas heranzoomen, sprechen sie von verdichten. Und genau das passiert auch, wenn wir eine lange Brennweite nehmen, denn hintereinander angeordnete Objekte wirken plötzlich dichter beieinander. (vergl. [kreativ gesehen] 7) Das Gegenteil erzeugt man mit einem Weitwinkel, er lässt alles weit und geräumig wirken.


Nicht vergessen: drei Dinge brauchen die Fotografen!

Freitag, 20. November 2015

Jetzt einen Kaffee! - Olympus Black Friday in Düsseldorf

Die Olympus PEN E-PL7, eine spiegellose Systemkamera wird im Mittelpunkt des "Black Friday" stehen. In mehreren deutschen Städten werden dazu besondere Aktionen durchgeführt. In Düsseldorf werde ich am 27. und 28. November Fashionportraits mit dieser Kamera bei Foto Koch machen. Wer mich also mal persönlich kennen lernen möchte, ist herzlich eingeladen vorbei zu kommen.
In Hamburg kann man übrigens Frank Fischer (Ja, das ist der von der FF-Fotoschule) beim Shooting über die Schulter gucken. Vielen Dank Frank, für das einspannen in D'dorf ;-)

Um mich mit der Kamera vertraut zu machen bekam ich sie bereits jetzt zugeschickt. Hier eine kleine spontane Serie aus meiner Küche mit dem 1,8/45mm bei Offenblende. Die Handhabung wirkt von der 
OM-D her noch sehr vertraut. 





Donnerstag, 12. November 2015

kreativ gesehen (15): Schlechtes Licht, gibt es nicht!

Es gehört zu den Herausforderungen der Presse- und Reportage-Fotografie mit dem Licht auszukommen, dass einfach da ist. Egal ob strahlender Sonnenschein, trister Nebel, der romantische Schein einer Kerze ... ups! ... Fällt ihnen etwas auf? Ich bewerte das Licht bereits, teile ihm subjektive Eigenschaften zu.
Aber fangen wir vorne an.  Licht an sich ist weder gut noch schlecht. Es ist hell oder dunkel, hart oder weich, gerichtet oder gestreut, hat eine Richtung und irgendeine Farbe hat es auch immer. Im Endeffekt stellen sich mir immer die gleichen Fragen:

- Welches Licht ist vorhanden?
- Aus welcher Richtung kommt es?
- Gibt es mehrere Lichtquellen?
- Welche Farbe hat das Licht?
- Wie stark ist das Licht?



Es geht darum sehen zu lernen. Und das mit den Augen der Kamera. Es geht auch darum, die richtige Einstellung für mein Motiv zu finden. Oft heißt das, die Sensor-Empfindlichkeit jenseits der "ISO 100" zu wählen und gewisse technische Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Es heißt aber auch die Brennweite nicht nur nach gestalterischen Gesichtspunkten zu wählen.


Am häufigsten heißt es aber einfach, rausgehen auch wenn die Sonne nicht scheint. Sich einfach mal inspirieren lassen, die Augen aufmachen und sehen.

Ausführlich bespreche ich dieses Thema in Fotokursen und -Coachings. Dort gibt es dann auch Zeit zum sehen, analysieren, umsetzen und nachbesprechen unter Anleitung.

Neue Termine für 2016 sind noch in Planung. Auf dem laufenden bleiben: einfach auf dieser Seite oben rechts ihre E-Mail-Adresse eintragen und keine neuen Termine verpassen!