Freitag, 22. Januar 2016

[kreativ gesehen] - Hektisch verführen lassen

Mein Kamera- und Objektiv-"Fuhrpark" hat sich in den letzten Monaten drastisch verändert. Alles begann mit dem Kauf einer gebrauchten Fujifilm X-E1 zu Testzwecken. An der Systemkamera mit 16 MP-APS-C-Sensor wollte ich eigentlich nur alte Schätzchen ausprobieren. Immerhin schlummerten aus analogen Zeiten noch Zeiss-Linsen "Made in West-Germany" im Schrank. Die Qualität der Bilder war überraschend. Auch im digitalen Zeitalter konnten die 40 Jahre alten Gläser mithalten. Das Arbeiten im Studio wurde etwas ruhiger, da manuell zu fokussieren ist. Aber es gab auch signifikant weniger Ausschuss durch Fehlfokussierungen. Das Focus-Peaking im elektronischen Sucher tat ganze Arbeit. Die Kamera ist klein und leicht, kein großer Rucksack ist mehr nötig, eine kleine Tasche reicht. Auch die Qualität der modernen Fujifilm-Objektive überzeugte oder sollte ich besser sagen, verführte mich.

___________________________________________
Mehr zu meinen ersten Fujifilm-Erfahrungen hier im Blog:
"Spiegellos glücklich mit der Fujifilm X-Serie"
__________________________________________

Wenig später fand sich meine gesamte Pentax-Ausrüstung im Online-Auktionshaus wieder. Zwei der wichtigsten Objektive (beide Tamron) waren stark reparaturbedürftig, so war der Zeitpunkt günstig ganz umzusteigen. Noch ein Wort zu Pentax. Die bauen hervorragende Kameras, das ist unbestritten. Und tolle Objektive dazu. Jedoch ist der Markt an Fremdzubehör in den letzten Jahren stark geschrumpft. Der Gebrauchtmarkt für Zubehör und Objektive ruft Liebhaberpreise auf, sprich: es ist teuer und vieles lässt sich nicht vor Ort beschaffen oder mieten. Meine Erfahrungen mit dem Marketing waren auch etwas seltsam (ich hatte Kontakt während und nach der Photokina 2014), so dass mich nichts mehr bei dieser Marke hielt.

Doch nur spiegellos geht auch nicht, manchmal ist der Blick durch den optischen Sucher nötig. Der Hybridsucher der Fujifilm X-pro1 (und seit kurzem der X-pro2) bietet zwar wieder Durchblick, aber nicht direkt durch das Objektiv. Also musste doch wieder ein Spiegelreflexsystem her. Die Wahl viel auf Nikon. Kameras, Objektive und Zubehör sind vor Ort verfügbar, der Professionell Service steht bei Problemen zur Seite (und bot mir auf der Photokina 2014 sofort Rat und Kaffee, obwohl ich gar nicht gefragt hatte). Die Qualität und Verarbeitung sind auf hohem Niveau (wie andere Marken auch). Der Gebrauchtmarkt ist erstaunlich groß und die Preise erschwinglich, so dass Experiment-Käufen nichts im Wege steht. Und welcher Fotograf probiert nicht gerne etwas aus?! Ausserdem gibt es in Bremen sogar einen auf Nikon spezialisierten Verleih. Seltener gebrauchte Optiken kann ich dort bequem mieten. (http://www.objektiv-verleih-bremen.de)

Nun wird meine Homepage nicht gleich gelb anlaufen und meine Bilder werden auch nicht anders als vorher. Die Technik ändert sich, der Fotograf bleibt der Gleiche. Aber vielleicht hilft dem einen oder anderen dieser kleine Einblick in die Entscheidungsfindung eines Profis.